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Im Laufe des 19.Jahrhunderts wurde die Kirche zu klein. Die Ahlerstedter
Bevölkerung war enorm gewachsen. 1753 gehörten zum Kirchspiel
Ahlerstedt ca. 65 Haushalte. Hundert Jahre später gab es schon
231 Häuser. Also beschloss der damalige Kirchenvorstand am 22.12.1860
den Neubau. Die alte Kirche wurde abgebrochen und aus dem abfallenden
Material entstand auf dem Kirchengelände eine Scheune. Diese diente
während der Bauphase (1862-1865) als „Notkirche“.
Am 12. November 1865 waren fast 3000 Menschen anwesend, um die Einweihung
der neuen Kirche mitzuerleben. Dass so viele Menschen bei diesem Fest
dabei sein wollten, lag zum einen daran, dass die Ahlerstedter dankbar
waren für ihr neues Kirchengebäude. Zum anderen wollten alle
wohl auch einen Blick auf den damaligen König Georg V. von Hannover
werfen.
Der König und seine Frau hatten zum Bau
der Kirche viel beigetragen und wurden darum wohl noch herzlicher begrüßt.
500 Taler hatte der König für die neue Orgel gespendet. Die
Buntglasfenster im Altarraum waren ein Geschenk der Königin Marie
von Hannover. Leider wurde ein Teil 1944 durch Bombensplitter zerstört
und musste mit neuen Scheiben ergänzt werden. Auch Friedrich Huth,
ein reicher Londoner Kaufmann, der aus Harsefeld stammte, trug mit
300 Talern zur neuen Orgel bei. Ein Künstler mit Namen Bergmann
schenkte der Gemeinde die Altarbilder. Auf ihnen ist Jesus Christus
zu sehen als neugeborenes Kind, als Gekreuzigter und Auferstandener.
Auch die Kanzel und der Taufstein stammen aus dieser Zeit, vermutlich
auch durch Spenden ermöglicht. Kein Wunder bei so vielen Geschenken,
dass die Ahlerstedter glücklich waren über ihre neue Kirche.

Nach und nach kamen neue Anschaffungen hinzu. 1909 erhielt der
Kirchturm eine Uhr. Im gleichen Jahr wurde die alte Glocke von
1639 durch zwei
neue ersetzt. Während des ersten und des zweiten Weltkriegs wurden
unsere Glocken für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Die jetzigen
vier Glocken wurden 1959 zum Erntedankfest eingeweiht. Jede Glocke
hat eine eigene Bedeutung. Die kleinste läutet bei Taufen, eine
andere bei Trauungen. Die Scheideglocke läutet zu Beerdigungen.
Die vierte Glocke ist die sogenannte Betglocke. Zum Gottesdienst läuten
alle vier Glocken gemeinsam.
Weihnachten 1937 gab es ein weiteres Geschenk: Familie Fitschen
aus Bokel ließ zwei elektrische Kronleuchter anschaffen, die die
alten Petroleumlampen ablösten. Die Inschrift im vorderen
Leuchter zeugt davon.

Immer wieder gab es Veränderungen in und an der Kirche. Türen
wurden vermauert, der Friedhof um die Kirche herum verlagert, eine
neue Orgel angeschafft, Heizungsanlagen installiert usw.. Der Charakter
der Kirche ist dabei erhalten geblieben. Eine einfache und schlichte
Kirche dient uns, Gott zu danken, zu bitten und zu loben. Viele verschiedene
Menschen haben mit Spenden und Geschenken, mit ihrer Zeit und ihrer
Kraft dazu beigetragen, dass unsere Kirche so ist, wie sie heute ist.
Das ist ein guter Ausdruck dessen, was Gemeinde ist: ein Ort, an dem
jeder vor Gott treten kann und sich mit seinen Gaben einbringt.
In Anlehnung
an die Festschrift zur Hundertjahrfeier von Jürgen Hühnke,
1965
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